„Rettet die Marubo“ Projektbeschreibung

Die wichtigsten Ziele des Projektes „Rettet die Marubo“:

– Wiederherstellung der Gesundheit des Volkes der Marubo
– Sicherstellung einer kontinuierlichen Ausbildung der Marubo-Kinder in der vorgeschriebenen brasilianischen Schulbildung wie auch in ihrem traditionellen schamanischen Wissen
– Vorbereitung und Durchführung des kulturellen Austauschs mit den Marubo insbesondere in den Bereichen Tanz und Gesang

Die wichtigsten Aktivitäten des Projektes „Rettet die Marubo“

– Entwicklung eines Gesundheitsprojektes, das den Marubo hilft, die Verbreitung der vernichtenden Krankheiten Hepatitis B, Tuberkulose, Aids sowie Malaria zum Stillstand zu bringen und die Sicherstellung der Finanzierung und legalen Abwicklung dieses Projektes
– Errichtung einer Schule, die den Marubo die schulische Ausbildung gewährleistet, die sie benötigen, um sich in der brasilianischen Gesellschaft auch langfristig zu behaupten
– Einladung der Marubo nach Deutschland, um ihre Kultur vorzustellen und sich in einen internationalen Austausch zu begeben

Ourchild
Ourchild e.V. ist das einzige internationale Kinderhilfswerk der neuen Bundesländer. Es besteht seit 1997 und hat seinen Schwerpunkt im Aufbau von Kindergärten und Schulen sowie medizinischer Hilfe für Projekte in Brasilien, Peru, Vietnam, Tansania, Ruanda, den USA und Deutschland. Das Spendengeld wird durch knapp 200 Spender für Projekt- und Kinderpatenschaften erlangt. Ourchild hat eine Honorarkraft sowie eine Teilzeit-Mitarbeiterin und sechs Ehrenamtliche; für die Übersetzungstätigkeit und Projekte gibt es zusätzliche ehrenamtliche Helfer. Ourchild realisiert mit insgesamt sieben Schulen der Region eine langjährige Zusammenarbeit. Sein Vorstand besteht aus vier Mitgliedern.

Das Hauptprinzip von Ourchild e.V. ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Alle Projekt zielen also darauf, dass sich Ourchild irgendwann wieder zurückziehen kann. Dies ist bei den ersten beiden großen Hilfsprojekten, die seit 1997 unterstützt wurden, je einer Schule in den Armenvierteln (Favelas) von Rio de Janiro bereits geschehen. Seit 2011 werden die von Ourchild unterstützten Schulen in Vila Beira Mar Vila Nova von der Landesregierung finanziell getragen.
Wichtig für dieses Konzept ist ein zuverlässiger Projektpartner vor Ort, der Zusagen einhält und dessen Arbeit langfristig angelegt ist. Sein Konzept muss auf Transkulturalität, d.h. Akzeptanz der vorhandenen Kultur und Suche nach Austausch mit der eingebrachten Kultur zielen. Dies ist mit den jetzigen Ourchild-Projektpader Fall.
Künftig zielt Ourchild auf eine zunehmende Unterstützung der indigenen bzw. Urkulturen, hier vor allem in den bisherigen Haupt-Unterstützungsnationen Brasilien und Vietnam. Damit wird nicht nur eine vom Aussterben bedrohte Urkultur erhalten und stabilisiert, sondern auch die natürliche Umgebung, in der das jeweilige Volk lebt, geschützt.

Gremium
Der Wissenschaftliche Beirat. Er besteht aus der Ministerpräsidentin Thüringens, Christine Lieberknecht, dem Globalisierungsexperten Prof. Thomas Sauer, der Expertin für frühkindliche Erziehung Prof. Chrissie Brückner, dem Arzt Nanko van Buuren und der Unternehmerin Marion Schneider

„Rettet die Marubo“
Das Projekt beseht seit 2011. Es ist auf einen Zeithorizont von mindestens zehn Jahren ausgelegt und besteht aus drei Einzelteilen: dem Schulprojekt, dem Kulturprojekt und dem Medizinprojekt.
Wir haben mit dem Schulprojekt begonnen, dem Bau einer regional typischen Maloca, um dort für die Kinder der 13 Dörfer der Marubo Unterricht sowohl gemäß dem von der Regierung vorgegebenen Lehrplan als auch in dem traditionellen schamanischen Wissen  halten zu können.
Das Medizinprojekt, welches vor allem die weit verbreitete Hepatitis B in den Mittelpunkt stellt, um das Volk am Leben zu erhalten, erfordert wesentlich mehr finanzielle Mittel. Wir bereiten es derzeit vor, um 2015 dafür Anträge stellen zu können.
Das Kulturprojekt dient dem kulturellen Austausch. Hier ist Ourchild e.V. mit der Musikhoschule Franz Liszt Weimar und dem Museum für Völkerkunde Hamburg dabei, ein Projekt zu entwickeln, welches es den Marubo ermöglicht, ihre Kultur in Deutschland vorzustellen und gleichzeitig den Spendern ermöglicht, die indigene Kultur der Marubo kennenzulernen.

Das wichtigste Ziel ist es, die Marubo als Volk am Leben zu erhalten. Dies soll unter umfassender Beibehaltung ihrer Tradition und Kultur in ihrem natürlichen Lebensumfeld erfolgen.
Die Marubo benötigen medizinische Hilfe gegen die von außen bei ihnen eingeschleppten Krankheiten Hepatitis B, Tuberkulose, Aids und Malaria, um nur die wichtigsten zu nennen. Die Hilflosigkeit des schamanischen Wissens diesen Krankheiten gegenüber schwächt den Lebenswillen und das Selbstbewußtsein der Einwohner existentiell.
Die Vermittlung von zeitgemäßer Bildung im gewohnten Lebensumfeld ein weiterer essentieller Kernpunkt.Die Marubo sollen sich in die brasilianische Nation einbringen können. Dazu benötigen sie die Kenntnisse und auch eine eigene Vertretung.
Zum Kennenlernen der sie umgebenden Welt gehört der kulturelle Austausch. Dies ist ein Geben und ein Nehmen. Durch diese Kommunikation wird Wissen und Selbstbewußtsein des Volkes gestärkt.

Aufbau des Projektes
Der erste Schritt ist der Bau einer Maloca, eines traditionellen Gemeinschaftshauses in einem von den Marubos bestimmten Dorf. Dort wird sowohl der von der Regierung vorgeschriebene Schulunterricht als auch die in der Nacht stattfindende Vermittlung schamanischen Wissens stattfinden.
Der Bau der Maloca ist nur der erste Schritt. Das Schulamt des Bundeslandes Amazonas muss dann noch die Finanzierung der Lehrer und der Schulmaterialien zusichern. Obwohl dies schon im Mai 2013 versprochen wurde, steht dies noch aus.
Parallel zu dem Schulprojekt entsteht derzeit ein Projekt kulturellen Austauschs, bei dem einige Vertreter/innen der Marubo nach Deutschland kommen, um ihre Kultur und ihre Traditionen vorzustellen. Mit Prof. Wulf Köpke, Museium für Völkerkunde Hamburg sowie Prof. Tiago de Oliveira Pinto ist ein Projekt in Vorbereitung, welches ermöglicht, Vertreter der Marubo zum Bau einer Maloca hier in Deutschland einzuladen. Da die Kultur der Marubo vor allem durch Gesang und Tanz weitergegeben wird, ist dieser Austausch von höchstem Interesse für den Lehrstuhl für Transcultural Musical Studies der Franz Liszt Musikhochschule und der Universität Jena, aber auch für die Marubo, die diese Maßnahme selbst vorschlugen, da sie nur durch eine solche Maßnahme ihre Kultur unserem Kulturkreis erklären können, wie ihr Besuch im Mai 2011 zeigte.
Das wichtigste, aber auch aufwendigste Projekt ist die Sicherung der medizinischen Versorgung in einem Gebiet, das so groß wie Portugal ist und in dem ca. 2.600 Menschen in 13 Dörfer, die Tagesreisen voneinander entfernt liegen, wohnen. Hierzu ist ein schriftlicher Entwurf fertiggestellt, der zur Zeit von Prof. Wornei Braga, Tropical Hospital Manaus, geprüft wird. Es geht um die Frage, ob und in welcher Weise Impfung verwendet wird.
Ein erster Schritt zur unmmittelbaren Eindämmung der Verbreitung von Hepatitis B, die vor allem während der Geburt übertragen wird, ist ein Hebammenkurs, der voraussichtlich schon im nächsten Jahr stattfindet. HIer kann auf vorhandene erfolgreiche Erfahrungen im Nachbar-Bundesstaat Acre zurückgegriffen werden.

Im Jahr 2011 wurde mit den Marubo gemeinsam entschieden, eine Maloca zu bauen. 2012 wurde mit der Geldsammlung begonnen, und 2013 wurde der genaue Standort und auch die Bauleitung der Maloca bestimmt. Die Maloca wird im März 2014 fertiggestellt sein.
2012 wurde eine Organisation in der Hauptstadt des Bundeslands Amazonas, in dem die Marubo leben, gegründet. Sie soll langfristig dafür sorgen, dss die Marubo selbst eine Außenvertretung haben, die auch Gelder in Empfang nehmen und verwalten kann. In ihr ist der wichtigste Immunologe des Amazonas-Gebiets vertreten und Marubo-Vertreter haben den Vorsitz inne.
Ein ehrenamtliches Team von drei Personen hat sich etabliert, welches gemeinsam mit den Ourchild-Mitarbeitern den Antrag zur medizinischen Versorgung der Marubo beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vorbereitet. Der Antrag baiert auf der mehrährigen Vorarbeit des Ethnologen Prof. Guilherme Werlang und des Musikwissenschaftlers Prof. Tiago de Oliveira Pinto.
Der Hauptpartner von Ourchild e.V. in Brasilien, Instituto Brasileiro de Inovações em Saúde Social (IBISS), inzwischen die größte sozialmedizinische Organisaton Brasiliens, hat sich bereiterklärt, Projektpartner für das Projekt „Rettet die Marubo“ zu werden, was organisatorische und materielle Sicherheit bedeutet.

Das Modell
Durch das mit Prof. Jacques Poulain, UNESCO Lehrstuhlinhaber für Philosophie, entwickelte  Konzept der Transkulturalität, welches in der von der Universidade Fédérale Fluminense getragenen Konferenz „Transculturalidade“ in Rio de Janeiro im Mai 2013 gemeinsam von Wissenschaftlern und indigenen Vertretern  manifestiert wurde, hat das Projekt Modellcharakter. Insbesondere das Gesundheitsprojekt, welches westliche Medizin mit dem Erfahrungswissen der Marubo in Austausch bringen wird und welches wissenschaftlich begleitet werden soll, kann eine neue Ebene der Erkenntnisgewinnung erreicht werden, die auch auf den Austausch mit anderen Urvölkern Einfluß haben kann.

Ziele
Wenn der jetzige Prozess der Annäherung der Kultur der Marubo mit der sie umgebenden herrschenden brasilianischen Kultur nicht wissenschaftlich, sozial und kulturell begleitet wird, ist der Untergang der indigenen Kultur kaum aufzuhalten. Die Macht der Medien – Handy, Fernseher, das verpflichtende brasilianische Bildungs- und Gesundheitswesen, Mode, Musik u.v.a. beginnt jetzt schon, Einfluß auf das tägliche Leben der Marubo zu nehmen. Durch das Projekt wird die indigene Marubo-Kultur gestärkt und stabilisiert und in einen gelenkten, in Konsens und Dialog geführten evolutionären Austausch mit der sie umgebenden Kultur gebracht. Die wesentlichen Aspekte der Marubo Kultur – Ernährung, Gesang, Tanz, Kleidung, die sie ernährende Natur, Sitten, Gebräuche, Glaubenssysteme, Schamanismus – werden stabilisiert und bewußt gemacht, ggf. auch schriftlich oder in anderer Art wie z.B. filmisch festgehalten. Die Wahrscheinlichkeit, dass das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Stämme erhalten bleibt, wird dadurch größer. Die noch unentdeckten indigenen Stämme im Gebiet der Marubo werden durch diesen Prozess mehr Schutz erhalten.

Aktivitäten
Anläßlich des Besuchs der Marubo in Thüringen haben wir einen Workshop mit insgesamt über 50 Teilnehmern v.a. aus den Gesundheitsberufen, dem Sozialwesen und der Universität durchgeführt, welcher Grundlage der Etablierung des Hilfsprojektes war. Durch einen Gegenbesuch in Brasilien 2013 und den Kontakt mit den Marubo dort wurde eine Vertrauensbasis geschaffen, die die Gründung einer Hilfsorganisation in Amazobas bewirkt hat.

In das Projekt „Rettet die Marubo“ waren neben den Maruob bisher die Franz Liszt Musikhochschule, die Friedrich Schiller Universität Jena, die Université Paris 8, Universidade Fédérale Fluminense, Universidade Fédérale de l’État de Rio de Janeiro und das Hospital Tropical einbezogen, ebenso die Toskana Schule Bad Sulza und das Berggymnasium Apolda, die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen, die IHK Erfurt sowie die Thüringer Staatskanzlei.

Das Projekt wird von den Landräten des Landkreises Weimarer Land, dem Burgenlandkreis, dem Main Kinzig Kreis sowie der Sächsischen Schweiz/Osterzgebirge unterstützt. Es sind hier Öffentlichkeitsaktionen zusammen mit den Landräten durchgeführt worden und weiterhin geplant. Gleiches gilt für die Zusammenarbeit mit der IHK und der LEG sowie mit Bundestagsabgeordneten

Jeder Schritt des Projektes „Rettet die Marubo“ erfordert internationale Koordination und Abstimmung, da das Gebiet der Marubo unter dem Schutz der brasilianischen Regierung steht. Auf höchster Ebene muss auch jede gesundheitsfördernde Maßnahme abgestimmt werden. Naturheilkundliche Methoden und Mittel sind ggf. den in unserem Kulturkreis üblichen vorzuziehen – auch hier ist eine interdisziplinäre und internationale Kooperation nötig, um die besten Erkenntnisse in diesem Prozess nutzbar zu machen und somit den höchsten Erfolg zu erzielen: die Gesundheit der Menschen im Javari-Tal zu stabilisieren.

Kompetenzen
Zunächst wird durch den Bau der Maloca im Dorf Vida Nova ein Schulunterricht in dem natürlichen, gewohnten Umfeld – auch architektonisch gesehen – ermöglicht. Die Maloca kann auch für Treffen der Marubo-Vertreter zum Austausch und zur Weiterbildung genutzt werden und soll in den Schulferien dem indigenen, schamanischen Unterricht wie langfristig auch der Weiterbildung zur Erlangung eines Hochschulabschlusses genutzt werden.
In einem zweiten Schritt soll die Maloca zu einem Internat weiterentwickelt werden, in dem ein höherer Schulabschluss generell ermöglicht wird. Hierzu sind jedoch noch etliche Zwischenschritte nötig, da dafür die Ausstattung, das Lehrpersonal und die Lehrmittel  kontinuierlich sichergestellt werden müssen.
In der Maloca kann auch Gesundheits- und Hygieneerziehung stattfinden. Als erster Kurs in dieser Hinsicht ist die Ausbildung von Hebammen geplant. Bei der Geburt wird vielfach Hepatitis B übertragen, was zu verhindern ist.
Das Projekt „Rettet die Marubo“ hat durch jahrelange Vorarbeit bereits Kenntnisse in der Denkweise und Sprache der Marubo dazu genutzt, den transkulturellen Austausch im Bereich der Gesundheitserziehung vorzubereiten. Durch die Ausbildung von Gesundheitsexperten im Prozess der Kommunikation über die Krankheiten der Marubo ist gesichert, dass auch nach der Gesundheitsoffensive das nötige Wissen vorhanden ist, um die Krankheiten zurückzudrängen.
Die Hilfe aus Deutschland zeigt den Marubo, dass sie wichtig sind. Sie fühlen sich seit Jahren von der Regierung völlig im Stich gelassen und es gibt inzwischen bereits einen Verein, der die Regierung wegen unterlassener Hilfeleistung verklagt. Durch die Initiative des Baus der Maloca, der Gründung des Vereins und durch den sichtbaren Beginn des medizinischen Hilfsprojektes wird das Selbstbewußtsein der Marubo gestärkt.
Ein Besuch von Vertretern der Marubo in Deutschland und die damit verbundene Sichtbarmachung ihrer kulturellen Leistungen und das Interesse unserer Kultur dafür ist ein weiterer Schritt zur Stärkung des Selbstbewußtseins der Marubo, welcher von ihnen selbst ausdrücklich gewünscht wurde. Man möchte nicht nur empfangen, sondern auch geben – und hat einen reichen Kulturschatz. Das Interesse in Thüringen war sehr groß und über 20 Personen kamen zu dem Workshop mit den Marubo während ihres Besuches 2011.
Für Deutschland ist es wichtig, mehr über das Leben im Regenwald zu erfahren, weil in Deutschland das Wissen über die Bedeutung des Waldes für das Überleben des Planeten weit verbreitet ist, der Regenwald jedoch weit weg ist. In der Arbeit mit den Schulen haben wir erfahren, wie engagiert und interessiert die Schüler in diesem Bereich sind, wenn sie einen konkreten Bezugspunkt erfahren können. Ähnliches war bei den Workshops mit den Studenten sichtbar. Die Rolle von Tanz und Gesang bei der Überlieferung von Kultur ist in unserem Kulturkreis zurückgedrängt worden  und wird so erneut sichtbar.

Nachhaltigkeit
1. Ökologie: es handelt sich um den Schutz des Amazonas-Regenwaldes und eines Volkes, das dort lebt.
2. Ökonomie: die Gesundheit ist Basis jeglichen erfolgreichen ökonomischen Handelns. Durch die Hilfe bei der Wiederhertellung der Gesundheit der Marubo leisten wir einen nachhaltigen Beitrag zur Sicherung der ökonomischen Existenz des Volkes. Ein weiterer wichtiger Faktor für den langfristigen ökonomischen Erfolg der Marubo ist Wissen. Auch dieses wird mit unserem Projekt gefördert und nachhaltig zugänglich gemacht.
3. Soziales: unbesiegbare Krankheiten drücken das psychische und soziale Wohlbefinden eines Volkes nieder. Mit dem Gesundheitsprojekt und der Verbesserung der Gesundheit verbessert sich auch der soziale Zusammenhalt. Die gemeinsame Schule für die Jugend bringt die Herausforderung, miteinander zwischen den Dörfern zu kommunizieren. Gleiches erfolgt durch die Kommunikation über Geburtshilfe, Hygiene und Gesundheit.
4. Partizipation: in alle Schritte des Projektes sind die Marubo einbezogen. Das Projekt wurde mit ihnen gemeinsam entwickelt und findet ihre volle Zustimmung. Es ist ein Prozess von vielen Jahren, der sich hier manifestiert.
5. Kulturelle Vielfalt: die bisherige ausschließlich bekannte Kultur der Marubo wird durch das Projekt sanft mit der westlichen Kultur insbesondere im Bereich Bildung und Gesundheit in Berührung gebracht und es so ermöglicht, eine neue Kultur als hilfreich und positiv anzunehmen, ohne die eigene Kultur aufgeben oder sich von ihr distanzieren zu müssen.
6. Globale Verantwortung: mit diesem Projekt werden wir in Deutschland unserer globalen Verantwortung für den Erhalt des Regenwaldes, der Kulturen der Urvölker wie auch dem friedlichen Austtausch der Kulturen gerecht und können dies den Heranwachsenden anschaulich vermitteln.

Schwerpunkte
Das Projekt „Rettet die Marubo“ hat einen besonderen Schwerpunkt in Bezug auf Partizipation, weil es der indigenen Kultur hilft, sich der herrschenden westlichen Kultur anzunähern, ohne an Selbstwert und Selbstbewußtsein zu verlieren und der herrschenden brasilianischen Kultur hilft, sich über Vermittlung ihrer Verantwortung der indigenen Kultur gegenüber zunehmend zu stellen. Dies wirkt auch auf Good Governance, kulturelle Vielfalt und globale Verantwortung postitiv.

Mitwirkende
Den deutschen Mitwirkenden wird Wissen und Verständnis sowie eine andere Kultur vermittelt und anschaulich gemacht. Sie werden zu Verantwortung gegenüber dem Regenwald uns einen Bewohnern aufgerufen und ihr Umwelt- wie auch soziales Bewußtsein wird durch die Anforderung, auch Geld zu spenden, gestärkt. Wir haben auch bemerkt, dass wir Unterstützung in anderen Ländern wie z.B. den USA, Frankreich u.a. finden können.
Den brasilianischen gesellschaftlichen Gruppen wird der transkulturelle Dialog der Kulturen erleichtert bzw. überhaupt erst möglich gemacht, und die Hauptakteure vor Ort sind Brasilianer.

Es wurden über direkte Kommunikation etwa 500 Schüler, etwa 200 Studenten, etwa 500 Bürger über die Aktionen in Deutschland, etwa 50 indigene Vertreter und etwa 50 Wissenschaftler in Deutschland und Brasilien erreicht. Über Publikationen in der Presse, im Internet, per Mailing und per Prospekten wurden Tausende erreicht.

Vernetzung
Wir verfügen über Internet, Facebook in deutsch und englisch und bereiten jetzt beides auch in portugiesch vor. Die Projektbeschreibungen existieren jetzt schon in allen drei Sprachen.
Eine Kommunikationsstrategie mit den jetzt benötigten Spendern – hier denken wir vor allem an die Fußball-Weltmeisterschaft und die Olympischen Spiele – ist in Vorbereitung. Es wird dabei insbesondere auch die Industrie der beiden Länder Deutschland und Brasilien angesprochen und um Spenden gebeten werden, aber auch die oben beschriebenen Kommunikationswege werden wie bisher genutzt.

Zielgruppen
Derzeit sprechen wir vor allem die Bevölkerung in den Bundesländern Thüringen, Sachsen, Hessen und Sachsen-Anhalt an. In Brasilien konzentrieren wir uns auf den Bundesstaat Amazonas und auf Rio de Janeiro.
Die Zielgruppen wurden vorher ausführlich beschrieben:
Unternehmen
Schulen
Universitäten
Landkreise
Körperschaften wir Landräte, Landesentwicklungsgesellschaft, IHK, Handwerkskammer

Abfolge
Bau der Maloca bis März 2014
Hebammen-Ausbildung im Jahr 2014
Gewährleistung von Lehrern und Lehrmaterial für die Maloca im Laufe des Jahres 2014
Durchführung des Kulturaustauschs im Jahr 2015
Beantragung des medizinischen Hilfsprojektes im Jahr 2015

Information & Kontakt:
OURCHILD e.V.
Rudolf-Gröschner-Str. 11
Bad Sulza 99518
Vertreten durch:

Telefon: +49 (36461) 92 08 1
Telefax: +49 (36461) 92 08 3
E-Mail: info@ourchild.de