Schulprojekt:"Escola Caminho do Saber" in Vila Nova

Villa Nova Fussball Projekt

Schulprojekt: „Escola Caminho do Saber“ in Vila Nova

Die ökonomische und politische Lage in Brasilien hat sich in den letzten beiden Jahren dramatisch verschlechtert. Die Fußball-Weltmeisterschaft und die darauffolgende Olympiade in diesem Jahr offenbarten die Sinnlosigkeit solcher Großprojekte in einer ökonomischen Krisensituation angesichts dessen, dass es vielen Menschen in Brasilien noch immer sehr schlecht geht. So leben von den 12 Mio. Bewohnern Rios 6 Mio. in den Slums, in Brasilien Favelas genannt. Dementsprechend heftig waren die Proteste unter den Bewohnern Rios und des ganzen Landes gegen sinnlose Geldverschwendung, die sich vor allem im Sommer 2016 entluden. Villa Nova Fussball Projekt Diese Lage nutzten die Kreise der traditionellen Rechtspolitiker, um ein Misstrauensvotum gegen die sozialdemokratische Regierung von Dilma Rousseff zu starten und durchzusetzen, um sich dann ohne Neuwahlen an die Spitze der brasilianischen Regierung zu setzen. Diese Kräfte, die in der Geschichte Brasiliens schon über viele Jahrzehnte die Macht innehatten, zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie Favelas und die dortige Armut im aktuellen Regierungshandeln in erster Linie ignorieren und Aufstände von der starken Polizeipräsenz in den Favelas „erledigen“ lassen. So sind die sozialen Organisationen, die in den Favelas arbeiten aktuell vielfach von Geldentzug bedroht, Schulen werden nicht mehr aus und aufgebaut, die ohnehin wenigen Ausbildungsmöglichkeiten für die Kinder und Jugendlichen verschwinden. Seit 1998 unterstützt das Internationale Kinderhilfswerk Ourchild e.V. bereits schwerpunktmäßig die Schule „Caminhos do Saber“ für Kinder in „Vila Nova“, einem Stadtteil von Rio de Janeiro, und bittet nach gründlicher Beratung mit allen Beteiligten nun um die Unterstützung der sportlichen und Feizeitaktivitäten der Kinder und Jugendlichen. Neben der Ourchild -Unterstützung für den laufenden Schulbetrieb haben wir zusammen mit zwei Lehrerinnen dieser Schule nach einem Freigelände für sportliche und spielerische Aktivitäten der Kinder in der Nähe ihrer Schule gesucht und dieses nun auch gefunden. Bisher hatten die Kinder gar kein eigenes Freigelände zur Verfügung, was in diesem kindlichen Entwicklungsalter fatal ist. Der nun gefundene Platz liegt an einer kleinen Straße genau gegenüber der Rückseite der Schule. Der Platz ist nicht riesig, aber immerhin 228 Quadratmeter groß, von einem Hochzaun eingefriedet und dadurch sehr gut sowohl für das Fußballspielen als auch für Gruppenaktivitäten, normale Ballspiele, kleinere Wettkämpfe u.v.a. geeignet. Die Schule hat damit auch die Möglichkeit, kleinere Feste unter zur Hilfenahme von Planen und Zelten dort zu gestalten. Natürlich sind solche Überdachungen auch sehr nützlich gegen Starkregen oder zu heftige Sonneneinstrahlung und u.U. zum Umziehen. Das Freigelände soll die Kinder vor allem auch motivieren, regelmäßig am Unterricht teilzunehmen und nicht irgendwo eine Kinderarbeit (auch im Drogengeschäft) anzunehmen und damit ihrer zumeist alleinerziehenden Mutter zum finanziellen Überleben zu verhelfen. Der Druck auf die Kinder aus ihren Familien ist oft hoch. Um teilnehmen zu können müssen die Kinder deshalb auch in der Schule angemeldet sein und dauerhaft im Unterricht anwesend sein. Der Platz soll zu Schulunterrichtszeiten regelmäßig anlässlich der geplanten sportlichen Aktivitäten geöffnet sein, er kann nicht dauerhaft offen bleiben, dann besetzen ihn andere Interessierte aus dem Viertel. Villa Nova Fussball Projekt Zwei ehemalige Kindersoldaten, heute junge Männer, planen, zweimal wöchentlich nachmittags Gruppen zu bilden, um Fußball zu trainieren, um Ballspiele für Jungens und Mädchen durchzuführen und Capoeira (Tanz)-Gruppen - ebenfalls für Mädchen und Jungens - anzubieten. Sehr wünschenswert sei es, so meinen die Lehrerinnen, den Kindern bei dieser Gelegenheit, belegte Brötchen und etwas zum Trinken anzubieten, das erhöht ganz sicherlich die Motivation, regelmäßig zu kommen. Diese neuen Pläne, die wir für äußerst sinnvoll halten, vor allem für die körperliche und geistige Entwicklung von Schulkindern, die sonst kaum Gelegenheit zur gezielten Bewegung haben, erfordern von Ourchild auch die Erschließung neuer Finanzierungsquellen. Wir bitten alle Spenderinnen und Spender sowie Freunde von Ourchild um Unterstützung und freuen uns insbesondere über neue Patenschaften für das geplante Projekt. Patenschaften geben dem Projekt auch langfristig die nötige Sicherheit und Beständigkeit. Die Kosten sind überschaubar und leistbar: An einmaligen Materialkosten für Fußbälle, Trikots, Netze für Tore, Zeltüberdachungen benötigen wir 1420 Reals, das sind ca. 400 Euro. Laufende, d.h. monatlich anfallende Kosten für die Trainer, für Essen und Trinken belaufen sich auf 2460 Reals, das sind ca. 700 Euro Festkosten pro Monat. Haben Sie Ideen für dieses neue Projekt von Ourchild in der Favela Schule von Vila Nova? Bitte schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an, wir freuen uns sehr über Ihr Interesse und über Ihre Anregungen! Und natürlich über jede Spende.

Jahresbericht 2018 der Grundschule „ Escola Comunitària Caminhos do Saber“ in Rio de Janeiro

Die Lebenssituation in der Favela Vila Nova im Jahr 2018, wird von den Bewohner_innen und Mitarbeitern der Schule, als kriegsähnlich beschrieben.Die Schule stand vor großen Herausforderungen um den Schulbetrieb trotz Lebensgefährlicher Schießereien in den Strassen des Viertels aufrecht zu erhalten und den Kindern ein bisschen Normalität zu vermitteln. Die Grundschule ist so etwas wie eine Oase für die Kinder, inmitten von Armut, Drogenhandel und Schießereien zwischen Drogenhändlern und Polizei. 

Laut unserer Mitarbeiterin Luciana, Verwaltungsleiterin an der Schule, berichten die Medien nicht die wahre Realität, welche sie tagtäglich durchleben müssen. Die Schießereien sind teilweise so heftig und so nah an öffentlichen Plätzen, dass sogar während eines Fussballtrainings beinahe Kinder von Schüssen getroffen wurden. Sie mussten sich auf den Boden werfen und konnten sich glücklicherweise mit Hilfe der Trainerin in die Schule flüchten.

Ein normales, friedliches Leben und ein normaler Schulalltag ist unter diesen 

Lebensumständen schon lange nicht mehr für die Kinder möglich. Sie wünschen sich daher nichts sehnlicher, als wieder in FRIEDEN zu leben und in Sicherheit zur Schule gehen zu können! 

 

Die Vorschulkinder derGruppe 3 zeigen das mit Lehrern und Schülern gestaltetes Plakat „PAZ“ (Frieden).

Gerade in diesen kriegsähnlichen Lebensumständen ist es umso wichtiger, den Kindern und Jugendlichen ein bisschen Normalität zu schenken und eine sinnvolle Lebensperspektive aufzuzeigen.So ist das im Jahr 2017 gestartete und zunächst durch Spenden finanzierte Fußballtraining ein überaus wichtiges Projekt in der Schule und der Favela geworden. … mehr

Weihnachtsgeschenke für Vila Nova – Spendenaktion war ein voller Erfolg

Im Dezember 2015 initiierte das Kinderhilswerk Ourchild  einen Spendenaufruf mit dem Ziel, Kleidung für die Schülerinnen und Schüler der Escola Comunitaria Caminhos do Saber in der Favela Vila Nova, Rio de Janeiro  in Brasilien zu spenden. In Brasilien ist es allgemein Brauch, zum Jahreswechsel neue Kleidung von den Eltern geschenkt zu bekommen.  Dies war den Familien der Schüler/innen, in denen teilweise große Armut herrscht, nicht möglich.

So entschied sich Ourchild, für diesen Zweck Spenden zu sammeln – mit Erfolg! Wir konnten genügend Mittel sammeln, um den Kindern diesen besonderen Wunsch zu Weihnachten und dem neuen Jahr zu erfüllen. Hierfür möchten wir allen, die dies ermöglichten von Herzen danken!  Auch Lucian Smith, Verwaltungsleiterin der Schule, übermittelt ihre tief empfundene Dankbarkeit:

„Danke, Danke von mir, von unserem ganzen Team des Projektes Vila Nova und auch Danke von allen Kindern und deren Familien. Zuerst möchten wir Gott danken und danach Euch (Anne, Marion und dem Rest des Ourchild Teams0), dass es Euch gelungen ist, unseren Kindern ein glückliches Jahresende zu vergönnen. Ich kann meinen Dank kaum in Worte fassen.“

Die Mutter eines Schulkindes lässt uns wissen: „Wir danken ihnen für alles, was sie für uns getan haben. “

Die Aktion zeigt, dass die kleinen Dinge meist schon ausreichen, um jemanden eine Freude zu bereiten. … mehr

Ourchild-Vertreter besuchen Brasilien

Ende Mai 2015 besuchten Vertreter des Kinderhilfswerks Ourchild e.V. mit Sitz in Bad Sulza die Schule „Escola Comunitario Caminhos de Saber“ in der Favela „Vila Nova“ in Rio de Janeiro. Das Kinderhilfswerk unterstützt die Schule, in der rund 300 Schüler unterrichtet und versorgt werden, seit vielen Jahren, um den Kindern in diesem Slumgebiet die Chance, gute Bildung erhalten zu können, zu ermöglichen.

Angela Perreira, die Direktorin der Schule, und Luciana Smith, Verwaltungsleiterin, begrüßten Marion Schneider (Vorstandsvorsitzende Ourchild e.V.) und Klaus Dieter Böhm (Mitglied Ourchild) aufs herzlichste und zeigten ihnen die gesamten Fortschritte, die die Schule auch dank der Spendengelder von Ourchild in den letzten Monaten machen konnte. Die Schule wird schon seit mehr als zwanzig Jahren von der Verwaltungsleiterin geführt.

In der letzten Zeit hat sich der Drogenkrieg in Vila Nova verschärft. Dies rührt in der Tatsache, dass einige Favelas „befriedet“ wurden, indem dort Polizeikräfte und zum Teil auch Militärstreitkräfte stationiert wurden. Die Drogenbanden wurden dadurch vertrieben, sind jedoch in die anderen, nicht befriedeten Favelas abgewandert. Dazu gehört auch Vila Nova. Die gewachsene Sozialstruktur der in Vila Nova bereits über Jahre hin bestehenden Drogenszene wurde somit gestört, und es kam zu Kämpfen. Schlimmer noch sind jedoch die Einsätze der Polizeikräfte, die oft mehrmals in der Woche in die Favela einmarschieren, wodurch es zu Schusswechseln kommt. … mehr

Eine Maloca in Vida Nova, Amazonas, Brasilien

Das Volk der Marubo lebt in einem bereits demarkierten, d.h. ihnen zugesprochenen Gebiet im Nordwesten Brasiliens im Bundesland Amazonas. Durch den Kontakt mit der Einwandererkultur hat das Volk mehrere ihnen bisher unbekannte, fatale Krankheiten zu erleiden. Besonders bedrohlich sind die verschiedenen Formen der Hepatitis, vor allem die Hepatitis B, sowie die Malaria. Das internationale Kinderhilfswerk Ourchild e.V., Bad Sulza hat es sich zur Aufgabe gestellt, dem Volk der Marubo im Kampf um ein würdiges Leben beizustehen. „Es geht nicht nur um uns. Wenn wir sterben, stirbt auch der Wald“, sagte der Schamane Robson bei seinem Besuch in Auerstedt im Juni 2011. In dem Gebiet der Marubo leben die meisten noch unkontaktierten Stämme Brasiliens.

Im Rahmen des Projekts „Rettet die Marubo“ ist Dipl.-Ing.-Agr. Paul Moll, der seit vielen Jahren im benachbarten Bundesland Acre lebt, als Bauleiter für die Errichtung eines Schulgebäudes im Dorf Vida Nova von Ourchild e.V. beauftragt worden. Die Schule soll in Form einer Maloca, also eines typischen brasilianischen Langhauses, erbaut werden, damit der Schulunterricht in dem natürlichen, gewohnten Umfeld der Marubo – auch architektonisch gesehen – ermöglicht werden kann. Die schulische Ausbildung der Marubo ist unbedingt notwendig, damit sie sich  in der brasilianischen Gesellschaft auch langfristig behaupten können. … mehr

Projekt- Perspektivwechsel mit Kindern aus den brasilianischen Favelas und Bad Sulza

In einer Kontinent übergreifenden Malaktion stellen sich Kinder aus brasilianischen Favelas und Bad Sulza das Leben des jeweils Anderen vor. Dazu malten im Sommer Kinder aus Bad Sulza gemeinsam mit dem Künstler Michael Müller Ihre Visionen auf Leinwände. Zur fast gleichen Zeit taten dies einige tausend Kilometer von hier entfernt brasilianische Kinder,  die mit weitaus widrigeren Umständen Tag täglich zu kämpfen haben.  Die Ergebnisse dieser Malaktion werden derzeit in Brasilien ausgestellt und nach Ende der Wanderausstellung sind Sie auch in Thüringen zu sehen.  Lesen Sie nun in Folgenden den Bericht  des Leiters Nanko van Buuren (IBISS).IMG_2515[1]

Am Mittwoch, den 28. August wurden 12 Kinder aus der sozial ausgegrenzten Favela „Cinco Bocas“ in Braz de Pinha von einem IBISS-Minibus abgeholt, um an einem Malerei-Workshop am MAC in Niteroi teilzunehmen. Die Kinder nehmen an Espaço IBISS em Braz de Pina teil. Sie wurden von Kunstlehrerin Zinha (IBISS), dem deutschen Künstler Michael Müller und Fábio, der bereits bei der Malaktion in Bad Sulza mitgeholfen hat, begleitet. IMG_2513[1]IMG_2514[1]

Als der Bus um ca. 14 Uhr am MAC (Museu de Arte Contemporânea de Niterói) ankam, wurden die Kinder von Guilherme Vergara begrüßt. Beeindruckt zeigten sich die Kinder vom Museum und der atemberaubenden Aussicht. Vorher waren sie noch nie in Niteroi gewesen (und sind auch noch nie über die Rio-Niteroi-Brücke gefahren). … mehr

„Rettet die Marubo“ Projektbeschreibung

Die wichtigsten Ziele des Projektes „Rettet die Marubo“:

– Wiederherstellung der Gesundheit des Volkes der Marubo
– Sicherstellung einer kontinuierlichen Ausbildung der Marubo-Kinder in der vorgeschriebenen brasilianischen Schulbildung wie auch in ihrem traditionellen schamanischen Wissen
– Vorbereitung und Durchführung des kulturellen Austauschs mit den Marubo insbesondere in den Bereichen Tanz und Gesang

Die wichtigsten Aktivitäten des Projektes „Rettet die Marubo“

– Entwicklung eines Gesundheitsprojektes, das den Marubo hilft, die Verbreitung der vernichtenden Krankheiten Hepatitis B, Tuberkulose, Aids sowie Malaria zum Stillstand zu bringen und die Sicherstellung der Finanzierung und legalen Abwicklung dieses Projektes
– Errichtung einer Schule, die den Marubo die schulische Ausbildung gewährleistet, die sie benötigen, um sich in der brasilianischen Gesellschaft auch langfristig zu behaupten
– Einladung der Marubo nach Deutschland, um ihre Kultur vorzustellen und sich in einen internationalen Austausch zu begeben

Ourchild
Ourchild e.V. ist das einzige internationale Kinderhilfswerk der neuen Bundesländer. Es besteht seit 1997 und hat seinen Schwerpunkt im Aufbau von Kindergärten und Schulen sowie medizinischer Hilfe für Projekte in Brasilien, Peru, Vietnam, Tansania, Ruanda, den USA und Deutschland. Das Spendengeld wird durch knapp 200 Spender für Projekt- und Kinderpatenschaften erlangt. Ourchild hat eine Honorarkraft sowie eine Teilzeit-Mitarbeiterin und sechs Ehrenamtliche; für die Übersetzungstätigkeit und Projekte gibt es zusätzliche ehrenamtliche Helfer. … mehr

Ourchild auf n.tv am 14. November um 21:05 Uhr“ Favela-Feldzug: Krieg für die WM“

Fabio und Nanko - ein gutes Team

Schon lange arbeitet Ourchild e.V. mit dem starken Partner IBISS in Brasilien, den Sie mit Ihren Spenden unterstützen vor Ort zusammen. Mit ihm suchen wir ständig weitere Spender für vernachlässigte Kinder in den Favelas.

Im Zuge der Fußball- Weltmeisterschaft 2014 lenken die Medien Ihren Blick auch auf die Schwachstellen der brasilianischen Gesellschaft. So ist der Film „Favela-Feldzug: Krieg für die WM“ entstanden. Er zeigt die Missstände und wie der Staat versucht die Favelas militärisch zu „befrieden“. Der Film wurde in enger Zusammenarbeit mit IBISS verwirklicht. Ourchild und IBISS arbeiten an nachhaltigen Lösungen wie die Verbesserung der sozialen Bedingungen. Dies wird durch Projekte wie „Soldados nunca mais“, eine Schule in Vila Nova und konstanter Hilfe für Kinder durch Patenschaften umgesetzt.

Verpassen Sie nicht am 14. November um 21:05 Uhr“ Favela-Feldzug: Krieg für die WM“ auf n-tv zu sehen. 

 

10.000 Euro für Volk in Brasilien übergeben

Die Marubo sind ein Volk in Brasilien, das von vielen Krankheiten bedroht ist. Für die Schulbildung der Marubo-Kinder engagiert sich der Verein OURCHILD in Bad Sulza. Nun haben zwei Untenehmen 10.000 Euro übergeben. Das Geld soll in den Bau eines Internats investiert werden, das den Schülern die Möglichkeit gibt, innerhalb ihrer Kultur zu lernen.

[Quelle: Salve TV, 24.09.2012]

 

»Unser Krieg« in Rio de Janeiro

In Brasilien herrscht gegenwärtig ein Krieg, das Zentrum ist Rio de Janeiro. 34.000 Tote jährlich, allein in Rio, Polizeistationen werden in die Luft gesprengt, Favelas werden von der Polizei angegriffen, tote Zivilisten – darunter viele Kinder.

Brasilianer sprechen von „unserem Krieg“. Was ist das für ein Krieg? Es geht um Drogen, Menschen und Waffenhandel. In Rio leben 6,2 Millionen Menschen in Favelas, das sind 50% der Gesamtbevölkerung. Favelas sind illegale Siedlungen in denen Menschen, die früher aus dem Umland und aus den ländlichen Gebieten nach Rio zogen, sich eine primitive Unterkunft bauen. Ein Lebens- bzw. Schlafraum 4x4m, vielleicht ein kleiner Essraum, mehr brauchen die Menschen nicht, mehr wollen Sie nicht. Ihr Leben findet auf der Straße statt. Heute entstehen weitere Favelas obwohl es keine Zuwanderung in Rio mehr gibt. In den bescheidenen, primitiven Behausungen leben teilweise 2 bis 4 Familien. Die neuen Favelas sind Bedarfsdeckung der vorhandenen Bevölkerung.

Favelas entstehen auf Geländen in denen in den letzten 15 Jahren keine Investitionen getätigt wurden. IBISS (Instituto Brasileiro de Inovacoes em Saude Social), die größte gemeinnützige Hilfsorganisation in Rio mit über 500 Mitarbeitern ist in 84 von ca. 500 Favelas aktiv. Heute verfügt IBISS über Scouts die solche Gelände entdecken und die Voraussetzung schaffen, dass die Ansiedlung legal und unter Vorbereitung der Infrastruktur (Wasser, Abwasser, Strom) stattfinden kann. … mehr