Zukunft Donbass // Hilfsgüter für die Ukraine

Weihnachten im Donbass

Wenn Menschen in Not sind, dann sollte es ein Leichtes sein zu helfen.

Dr. Raissa und Iwana Steinigk, die das Aktionsbündnis „Zukunft Donbass“ ins Leben gerufen haben, wollen helfen, bekommen aber immer wieder Steine in den Weg gelegt. Das Problem: Hilfsgüter in die selbstverwalteten Regionen der Ukraine zu liefern, ist aufgrund verhängter Sanktionen rechtlich nicht ganz einfach. Die „Volksrepublik Lugansk“ ist international nicht anerkannt, politische Unterstützung bei diesem sensiblen Thema scheint aussichtslos.

Inzwischen ist das brisante Politikum „Ukraine“ medial in den Hintergrund getreten. Umso wichtiger ist es da, dass „hinter den Kulissen“ weiter geholfen wird: In den zerstörten Krankenhäusern, unterversorgten Hospizen und Kinderheimen in den Kriegsgebieten der Ukraine wird jede Hilfe benötigt, zumal nur wenige deutsche humanitäre Organisationen oder Stiftungen in Donezk oder Lugansk Hilfe leisten.

Das Aktionsbündnis „Zukunft Donbass“ sammelt seit März 2016 Hilfsgüter für die von politischen Auseinandersetzungen gebeutelte Region.  In der Zeit von Juni 2016 bis heute hat „Zukunft Donbass“ bereits zehn LKW mit Hilfsgütern, darunter ausrangierte Multifunktionsbetten, OP-Tische und Frühchen-Brutkästen nach Lugansk, Perwomaisk und Stachanow schicken können. Die ersten beiden Lieferungen mit dem Verein Human Plus e.V., die anderen mit dem Kinderhilfswerk Ourchild e.V. mit Sitz in Bad Sulza. Große Unterstützung erhielt das Bündnis dabei unter anderem vom Uniklinikum Jena, das mit medizinischem Mobiliar und Verbandszeug zur Füllung der ersten LKW beitrug. Aber auch die Unterstützung in der deutschen Bevölkerung ist überwältigend. Über die Spendenplattform Betterplace konnten bisher 40.000 € gesammelt werden. Diese Spenden werden für die dringend notwendigen organisatorischen und technischen Ausgaben benötigt, ohne die das Projekt nicht bestehen könnte. Unter den Spendern befinden sich neben Privatpersonen auch Firmen aus Thüringen und ganz Deutschland.

Trotz des zu verbuchenden Erfolgs war es nicht leicht, das Projekt tatsächlich umzusetzen. Mit Lieferung der Hilfsgüter in die „Separatisten-Gebiete“ wird nach Rechtsauffassung der herrschenden Regierung das ukrainische Recht verletzt. Und das, obwohl die Menschen in Lugansk keinen dauerhaften Zugang zu Wasser haben und allerorten Mangel herrscht. Darum wird über Umwege geholfen, um das Risiko der Beschlagnahmung der Güter durch die Ukraine zu entgehen. Der Weg in die Zielregionen führt die Spedition über einen 700 km langen Umweg über Weißrussland und Russland. Nur so kann eine sichere Ankunft der so wertvollen Fracht gewährleistet werden.

Für Raissa und Iwana Steinigk soll nicht die Frage nach Schuld und Unschuld an dem Konflikt im Mittelpunkt stehen. Es geht nicht darum, politisch Position zu beziehen. Vielmehr sind es die Menschen, die zumeist unverschuldet die traurigen Folgen des Konflikts tragen müssen. Sie sind die Vergessenen von Lugansk. Oder Donezk. Oder einem der vielen weiteren Gebiete in der Ostukraine, die so dringend auf Hilfe angewiesen sind. Denn noch immer finden Angriffe auf Dörfer und Städte entlang der Demarkationslinie statt. Noch immer werden Menschen verletzt. Eine ausreichende medizinische Versorgung ist unerlässlich.

Deshalb wollen alle Mitstreiter, darunter die Verbündeten der ersten Stunde Marion Schneider und Ourchild e.V., Wolfgang Knappe und allen voran Dr. Raissa und Iwana Steinigk das Projekt „Zukunft Donbass“ weiter vorantreiben und die Lebensumstände der Bevölkerung verbessern.

Spenden auch Sie für die Bevölkerung im Donbass. Kinder und alte Menschen sind besonders betroffen. Sachspenden, besonders Kinderkleidung, Spielsachen, Fahrräder und medizinische Hilfsgüter werden ebenfalls  entgegengenommen.

Auf https://www.betterplace.org/p47001 oder dem Spendenkonto von www.ourchild.de können Sie Ihren Beitrag leisten.

Sachspenden können unter info@ourchild.de von Montag bis Freitag 10-14 Uhr im Büro von Ourchild e.V., Rudolf-Gröschner-Str. 11, 99518 Bad Sulza abgegeben oder angemeldet werden.

 Sofia Orfanidis